Künstler der Woche

Interview mit teamTARGET

Künstler der Woche:

„Comedy trifft Nervenkitzel“ – das ist kein Motto, das ist ein Versprechen. Erst wird gelacht, dann wird der Atem angehalten. Und am Ende ist das Publikum Teil eines Abenteuers, das man nicht streamen kann. Jeder Auftritt ist neu. Jede Show ein Risiko. Und genau das ist der Kick, der das Publikum in Atem hält und das Team antreibt. Wie es bei all dem Trubel auch noch zu einem spontanen Heiratsantrag kam, lest ihr hier in unserem Interview.

Hallo teamTarget, was ist eure Geschichte, wie lange arbeitet ihr schon zusammen und wie habt ihr euch kennengelernt?
Ich bin in vierter Generation Artist, seit Kindesbeinen auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“. Mein Papa war Husarenreiter beim Zirkus, mein Opa Illusionist. Die haben mir damals den Applaus-Virus verpasst. Doch als der große Dickkopf, der ich war und bin, wollte ich meinen eigenen Weg gehen und fand zum Film, als Stuntman, Double und Special-Effect-Artist für sogenannte 2nd Units mit eigener Regie und Kamera. Eine irre Zeit, in der ich so viele tolle Menschen aus aller Welt kennenlernen durfte. Interessanterweise sind die größten Stars zumeist die bodenständigsten Menschen… wie mir z. B. das Abendessen mit Quentin Tarantino nach dem Dreh zu „Inglourious Basterds“ oder Liam Neeson bei „Unknown Identity“ bewiesen haben. Wer nun aber Bühnenluft wirklich zu lieben gelernt hat, der kommt davon nie mehr los und da lag es nahe, meine beiden Leidenschaften Film und Live-Show zusammenzubringen. „Schuld“ daran ist auch mein Mentor, der zu mir sagte: „Du musst etwas machen, was andere nicht machen wollen oder nicht machen können.“ Für mich hieß das: etwas Riskantes, das viel Übung braucht. Also haben wir Zeit investiert. Das alles zu können, geht nicht von heute auf morgen...
Meine Frau und Partnerin Kessy kommt vom Profitanz, und ich finde es immer wieder beeindruckend, wie sie sich bewegen kann. Deshalb konnte ich auch nicht anders und musste (wollte/durfte) sie heiraten. Wir ergänzen uns ideal, denn sie ist keine Bring-Hol-Assistentin, sondern integraler Bestandteil des Teams. Sie schießt und peitscht so gut und hat so einen kessen Charme, dass ich immer gut aufpassen muss, dass nicht ein faszinierter Gast sie mir abspenstig macht. Als wir uns über den Weg liefen, fanden wir uns ohne große Worte. Und auch das war… wie im Film.
Euer Motto lautet „Comedy trifft Nervenkitzel“ – wie kamt ihr darauf?
Heutzutage sind viele Menschen total reizüberflutet: Werbung überall, Nachrichten rund um die Uhr, dazu Social-Media-Dauerberieselung… Irgendwann schaltet der Kopf ab, braucht aber gleichzeitig immer mehr, die Konzentration leidet. Wie kann man diesen Teufelskreis durchbrechen? Unser Rezept lautet: Bring die Leute zum Lachen… und wenn sie dann denken, das war’s, dann dreh alles um! Eben noch lauthals gelacht und im nächsten Moment stockt einem der Atem, der Mund steht offen: „Das macht er doch jetzt nicht wirklich, oder?“. Erlösung bringt dann die nächste Lachsalve. Das ist so unglaublich entspannend für Geist, Körper und Seele. Was beispielsweise mit verbundenen Augen und einem messerscharfen Katana hautnah und dicht dran am Zuschauer so passiert, ist zuerst urkomisch und dann schlagartig hochspektakulär! Und so vergeht die Zeit wie im Fluge und es kommt einem immer zu kurz vor. So und nicht anders soll’s sein.
Welches war euer bisher spektakulärster Livemoment?
Oh, das ist schwer, denn wirklich jedes Event hat Momente, die in Erinnerung bleiben... Outdoor vergesse ich niemals die Feuerwehrmeisterschaft, bei der ich eine Fahrt mit verbundenen Augen in einem Leiterwagen über einen eng abgesteckten Parcours absolviert habe. Alles wurde streng kontrolliert, und ich hatte Freiwillige mit an Bord. Eine Dame hielt mir spontan auch noch zusätzlich die Augen von hinten zu. Da war ein Mann dabei, der hatte vorher die „große Schnauze“ und war hinterher ganz blass geworden. Das Einprägen und die Übung vorher hat natürlich niemand mitbekommen.
Indoor gab es mal ein Event in Berlin, bei dem sich der Gastronom völlig verschätzte, wie groß die Auftrittsfläche sein sollte. Er war Amerikaner… Wir gaben den Platzbedarf wie gewohnt in Metern an, er dachte aber, die Zahl wäre in foot. Fünf Meter wollten wir, fünf foot sind aber nur so 1,5 m! Was nun mit der Armbrust-Show? Wozu schießen, wenn man die Pfeile quasi mit der Hand ins Ziel stecken kann? Weil er aber total nett war und sehr zerknirscht, wollten wir die volle Show realisieren. Am Ende hielten Gäste einige Türen weit auf, ich lief vor den Gaststätteneingang und schoss dann von draußen durch den freien Korridor zurück in den Eventraum – zielsicher in den Apfel. Natürlich haben wir auf Sicherheit sehr geachtet, und das Gejubel ob dieser surrealen Situation war immens.
Wie reagiert ihr auf unerwartete Situationen auf der Bühne? Gibt es ein besonders witziges Pannen-Erlebnis?
Oh ja, da wir viel mit unserem Publikum live interagieren, kommt es auf der Spielfläche regelmäßig zu unvergesslichen Momenten, bei denen sogar wir on stage herzhaft lachen müssen. Die Gäste merken, dass wir uns nicht auf deren Kosten profilieren, sondern ganz im Gegenteil – sie zu den Stars des Abends machen. Da wachsen viele über sich hinaus und beweisen mehr Mut, als sie vorher dachten. Ich kommentiere immer gern scherzhaft: „Sie machen die Show, ich bekomme das Geld.“ Bei einem Stunt zum Thema „Shot Through the Heart“ kniete sich ein Gast mit mir hin und urplötzlich stand unabgesprochen seine Herzdame vor ihm… eigentlich als Gag. Daraus wurde ein spontaner Heiratsantrag – das war für uns ein Showstopper. Die Familienfeier eskalierte. Am Ende wurden wir deren Trauzeugen, sind auf deren Hochzeitsfeier als Highlight aufgetreten und bis heute gut befreundet. Was kann es Schöneres geben?
Woher stammt die Grundidee, woher stammen eure Inspirationen für die Shows?
Die Welt heutzutage ist ja oft schwierig. Wir möchten unsere Gäste so sehr packen und faszinieren, dass sie zumindest für die Dauer unserer Show ihre Alltagssorgen vergessen. Was wäre z. B., wenn… alles einfach einfacher wäre? Darin liegt die Faszination der Filmwelt, die Anziehungskraft des Kinos. Einmal der Wirklichkeit entfliehen, wo Helden noch echt & unangepasst sind, wo „Gut“ über „Böse“ siegt und ein flotter Spruch immer geht.
Wir nehmen die Action, die man nur von der Leinwand kennt. Stunts und Effekte aus Blockbustern von Jason Bourne bis Indiana Jones und performen sie dann live und hautnah, machen dabei aus unseren Gästen die wahren Stars des Events. Das sind Momente, die vergisst man nicht – das sind Erinnerungen, die ein Event einzigartig machen.
Und dann ist da noch der faszinierende Blick hinter die Kulissen: Was ist echt, was ein Special Effect? Wie geht das? Was beim Zauberer desillusionierend wirkt, steigert bei uns die Faszination. Der Film mit seinen Tricks bietet Möglichkeiten, die größer sind als das Leben. Wir präsentieren Requisiten aus internationalen Filmproduktionen zum Anfassen, arbeiten damit, lassen es indoor schneien, peitschen zielgenau wie Zorro, schießen akkurat wie James Bond, alles echt, gekonnt und handgemacht. Aber immer, wenn es zu gefährlich werden könnte, kommen unbemerkt raffinierte Special Effects zum Einsatz, denn es geht um Entertainment und nicht um Gefahr.
Wie wichtig ist euch das Zusammenspiel mit dem Publikum und wie bindet ihr es aktiv ein?
Das ist absolut essenziell – für uns, für das Publikum… Es soll ein „Wir“-Gefühl entstehen, ein gemeinschaftlich verbindendes Event für alle Generationen, das lange in guter Erinnerung bleibt. Ohne Interaktion könnte man ja die Show als Konserve aus dem Netz streamen – nein, das funktioniert gar nicht. Wir sprechen comedy-like zuallererst alle Gäste an, als Gruppe, und fokussieren uns dann auf ausgewählte Gäste, die daran Spaß haben. Wir überlegen uns auch weit vorher: Was müssen wir für den jeweiligen Stunt unbedingt selbst machen und wie könnte man dann einen ungeübten Gast einbauen, sodass er hinterher selbst erstaunt ist, dass er das geschafft hat.
Einmal wollte ein scheidender Chef unbedingt noch zum Meister-Messerwerfer werden. Das haben wir dann realisiert – mit viel Humor und Augenzwinkern. Die ersten Messer habe ich zielsicher geworfen und dann durfte er ran… mit verbundenen Augen! Er hatte absolut keine Ahnung, warum das geklappt hat und das Publikum hat sich königlich amüsiert. Gern setzen wir Wünsche um und fertigen auf Anfrage z. B. auch einen rasanten Zusammenschnitt der Show mit allen Highlights – sozusagen der Film zur Film-Show als bleibende Erinnerung. Das wird sehr gern angenommen.
Ihr plant neue Stunts – könnt ihr uns schon etwas darüber verraten?
Ach, eigentlich ist bei uns immer etwas in Planung, denn Stillstand ist Rückschritt. Was heute noch fasziniert, könnte morgen ja schon langweilen und das können wir uns nicht leisten. Wir wollen up to date sein und bleiben. Dabei muss es übrigens nicht immer um Mega-Stunts gehen – manchmal sind auch kleine Dinge gefragt.
In einem deutschen Film wollte der Hauptdarsteller z. B. mal (scheinbar betrunken) etwas essen. Und weil im Kühlschrank nichts war, riss er die Zimmerpflanze aus dem Topf und schaufelte sich Erde in den Mund. Dürfte klar sein, dass wir da nicht echte Erde nehmen konnten. Also haben wir einen Supermarkt geplündert, dann den Mixer stumpfgewirbelt und am Ende hatten wir täuschend echte, aber sehr leckere essbare Erde. Und das ist was für eine Live-Show? Klar! Z. B. bei einer Buffeteröffnung… Da entzünde ich auf Kessys Bauch ein Feuerchen, brate live ein Spiegelei auf ihr (sie ist heiß 😉), serviere es den Gastgebern – und zum Dessert gibt’s dann Löffel in Blumentöpfchen.
Oh… und die Tanzszene aus „Mr. & Mrs. Smith“ mit Pitt/Jolie wollen wir mit diversen Messern und Filmwaffen für die Liveshow adaptieren.
Aktuell haben wir eine Blindfahrt mit einer Harley-Davidson realisiert – zu einem Fest, bei dem es um 40 Jahre Film ging. Da stand ein DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“, ein WWII-Jeep aus „Platoon“ und dann auch eine Fat Bob, wie sie von der Rolle des Ben Jäger bei „Alarm für Cobra 11“ gefahren wurde. Da musste ich als passionierter Stuntfahrer einfach etwas damit machen! Den Film dazu lade ich übrigens bald exklusiv hier bei Eventpeppers hoch. Und dann kommt da noch der Versuch fürs Guinness-Buch der Rekorde… aber das erzählen wir, wenn es so weit ist.
Was ist Euer Lieblings-Stunt?

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