Künstler der Woche
Interview mit Rico Aston
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Hallo Rico, wie hat deine musikalische Reise begonnen, welche Erinnerungen hast du an deine ersten Klavierstunden mit 8 Jahren?
Mit 6 Jahren habe ich schon angefangen, alleine am Klavier zu „experimentieren“, da mich Tasten schon immer fasziniert haben. Ich übte so lange die Begleitung der Rock’n Roll Titel, die mein Vater gerne hörte, bis diese passten. Damals war mir schon klar, dass ich Musiker werden wollte. Es gab keinen anderen Berufswunsch. Weder Feuerwehrmann noch Pilot. Dieser Wunsch wurde leider von Zuhause aus nicht unterstützt. Mit 8 Jahren konnte ich dann keinen Klavier- sondern Orgelunterricht durchsetzen. Das war zunächst etwas schwierig, da ich ja schon in der Spieltechnik mehr konnte, als von einem Anfänger erwartet wurde. So ging dies einige Jahre. Ich bildete mich neben dem Unterricht autodidaktisch weiter, insbesondere in den späten 70ern mit Synthesizern und anderen elektronischen Musikgeräten.
Kannst du dich kurz vorstellen und deinen Lieblingssong anspielen?
Wie würdest du deinen Stil und deine Stimme jemandem beschreiben, der dich noch nie gehört hat?
Meine Stimme ist so ähnlich wie Jo Cocker, Chris Rea, Rag’n Bone Man, Teddy Swims. Stilistisch bin ich breit aufgestellt. Das geht von Cool and the Gang über Peter Maffay zu Udo Lindenberg. Besondere Highlights sind meine Swing und Smooth Jazz Interpretationen, aber auch Rocknummern der 70er und 80er.
Wie wählst du Songs aus für ein Event aus, sowohl Covers als auch eigene Titel?
Ich verfüge über ein großes Portfolio aus allen Genres, das ca. 400 Titel umfasst. Die meisten Titel wurden von Kunden selbst gewünscht. Heißt: seit 45 Jahren mache ich Musik und bei jedem Auftritt fragen Menschen „hast du das oder das“ und die mehrfach gewünschten Titel wurden in mein Programm aufgenommen. Heute habe ich so viel Erfahrung, dass ich mit einem Standardprogramm loslege und je nach Bedarf den Abend gestalte. Bei mir haben die Kunden auch immer die Möglichkeit, anhand der Titelliste am Programmablauf mitzuwirken. Mittlerweile trete ich nicht mehr alleine auf, sondern nur noch im Duo mit einer Sängerin.
Wer oder was hat dich am stärksten geprägt, musikalisch und als Performer?
Am Anfang hat mich am meisten der Musikgeschmack meiner Eltern geprägt, die sehr viel Musik gehört haben. Vater ein eingefleischter Rock’n Roller und Countryfan, Mutter liebte die leichte klassische Muse von Operette bis Musical. Musikalisch hat mich am meisten vorangetrieben, dass ich meine Gedanken, Überlegungen und Ansichten musikalisch weitergeben wollte. Ich bin Sänger und Bandleader, der sich nicht als Animateur sieht, sondern großen Wert auf hohe musikalische Qualität legt.
Gab es einen Schlüsselmoment, der dir gezeigt hat: „Das ist mein Weg als Musiker“?
Ja. Als ich durch eigene Kompositionen als junger Mann bei Talentwettbewerben gewann und die Leute auch sehr begeistert von meiner Musik waren. Ich hatte tatsächlich die Möglichkeit, musikalische Karriere zu machen, ich entschied mich jedoch, da ich junger Familienvater war, für meine damalige Familie.
Wie sieht dein typischer Ablauf aus, von der ersten Anfrage bis zum Auftrittstag?
Die Kunden erhalten einen Vertragsentwurf sowie unsere Titelliste. Die können sie sich anschauen und Wunschtitel benennen. Die Kunden werden auf die Seite von eventpeppers hingewiesen, wo sie sich die Demos anhören können. Dann gestalte ich jedes Mal ein ganz individuelles Programm. In Absprache mit dem Kunden kann dies je nach Mitgehen des Publikums auch abweichen. Ca. 1,5 Stunden vor Auftrittsbeginn wird das Set aufgebaut und Soundcheck gemacht. Dann kann es losgehen.
Gibt es ein Event-Erlebnis, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Oh, da gibt es mehrere. Ein wirklich ganz besonderes Erlebnis war bei einer privaten Veranstaltung, als die Gastgeberin mich anfragte, ob ich mich auf ein kleines Experiment einlassen würde. Sie war experimentelle Tänzerin im Improtanz und fragte, ob ich im Chillout/Ambiencestyle „frei Schnauze“ eine Melodie entwickeln könnte, zu der sie synchron für ihre Gäste performt. Ungeplant und ohne Probe gelang dieses Experiment hervorragend und traf auf große Begeisterung der geladenen Gesellschaft.


