Künstler der Woche

Interview mit LINA

Künstler der Woche: Lina
Marcus Wolter

Mit 12 Jahren entdeckte sie auf Reisen in die Türkei ihre Leidenschaft für den orientalischen Tanz. Schon damals war sie fasziniert von der Märchenhaftigkeit und Freiheit dieser Bewegungsform. Ihr Stil ist präzise, musikalisch und ungewöhnlich feinfühlig innerhalb der orientalischen Tanzszene. Genau diese Handschrift macht sie unverwechselbar.

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Hallo Lina, wie und wann hast du den orientalischen Tanz für dich entdeckt und was hat dich damals besonders fasziniert?
Den Orientalischen Tanz habe ich mit 12 Jahren auf Reisen in die Türkei kennengelernt. Ich habe damals schon geturnt und getanzt (Gerätturnen, Akrobatik, Standardtanz) und empfand den Orientalischen Tanz als unglaublich märchenhaft und frei. Generell haben mich die Reisen in orientalische Länder in jungen Jahren sehr geprägt und die Musik und Kultur sprachen mich sehr an. Gleich nach der Rückkehr von unserer ersten Türkeireise habe ich nach der Musik mitgebrachter Kassetten versucht, auf der Terrasse meiner Eltern das Gesehene nachzuahmen. Mit 13 durfte ich dann meinen ersten Bauchtanzkurs in Leipzig besuchen und seitdem verging für mich kein Tag mehr ohne diese Musik und diesen Tanz.
Kannst du dich kurz vorstellen und uns eine kleinen Einblick in einen deiner Tänze geben?

Wie würdest du deinen Tanzstil persönlich beschreiben, wo liegt deine künstlerische Handschrift?
Mein Stil ist sehr grazil und leichtfüßig, was innerhalb der sonst sehr erdigen orientalischen Tanzszene als ungewöhnlich wahrgenommen wird. Dies ist jedoch meine ganz individuelle Art, wie ich Bewegungen „fühle“ und an mir als ästhetisch und schön empfinde. Darüber hinaus ist mein Stil sehr präzise und musikalisch genau. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich damit eine eigene künstlerische Handschrift habe, die von meinen Kolleginnen und meinem Publikum geschätzt wird.
Du bist mehrfach deutsche Meisterin im orientalischen Tanz, gibt es einen Wettbewerb, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Eigentlich bin ich gar kein Wettbewerbstyp. Generell stresst es mich ungemein, mich mit anderen messen zu wollen. Demnach habe ich bisher an vergleichsweise wenigen Wettbewerben teilgenommen. Besonders in Erinnerung ist mir natürlich mein erster Wettbewerb, der „Nachwuchswettbewerb“ der Orienta-Fachmesse in Frankfurt am Main 2001, bei dem ich als Teenager völlig überrascht und sehr stolz war, als ich den zweiten Platz belegte. Und dann auf jeden Fall mein erster Dreifachsieg bei den Deutschen Meisterschaften 2023, bei dem ich mich gegen richtig starke Kolleginnen durchsetzte. Wochenlang zuvor trug ich ein Mantra in meiner Tasche mit mir herum, auf dem stand: „Ich werde Deutsche Meisterin 2023.“ Gewünscht hatte ich es mir sehr, aber daran geglaubt hatte ich zuvor nicht.
Wie gehst du an die Erarbeitung einer neuen Choreografie heran – was ist dir dabei besonders wichtig?
Das ist recht unterschiedlich, je nachdem, was zuerst da ist: ein Auftrag, ein Anlass, ein Lied, ein Thema oder ein Unterrichtsziel für meine Schülerinnen. Wenn die Musik feststeht, stelle ich mir im Kopf eine Tänzerin vor, die dazu tanzt. So entsteht zunächst ein tänzerisches Konzept, eine Art Drehbuch: Wie betrete ich die Bühne, wann kommen Raumwege, wann bleibe ich am Platz, welche Bewegungen möchte ich wann einbauen? Danach probiere ich schrittweise die einzelnen Sequenzen tänzerisch aus und lege mich fest. Das Ganze ist ein Prozess, in dem ich immer wieder Dinge verändere, je öfter ich den Tanz trainiere. Wichtig ist mir, dass ein Tanz eine gute Dramaturgie hat und abwechslungsreich inszeniert ist. Ebenso wichtig ist, dass er sich körperlich logisch anfühlt und der Bewegungsfluss für meinen Körper angenehm ist.
Wie läuft der Buchungsprozess bei dir ab, von der ersten Anfrage bis zum Auftrittstag?
Nach der Anfrage durch den Kunden verschicke ich zunächst einen Überblick über meine Showangebote. Der Kunde entscheidet dann, welche Show ihn interessiert (Soloauftritt, mehrere Auftritte, Gruppenauftritt mit 3, 5 oder 7 Tänzerinnen). Danach wird ein Künstlervertrag geschlossen. Alle relevanten Informationen werden per E-Mail oder telefonisch besprochen (Auftrittsort, Anlass, Personenzahl, Größe der Tanzfläche, technische Gegebenheiten, Umkleideraum). Bei Gruppenauftritten beginnen wir je nach Programmumfang 4 bis 6 Wochen vorher mit gemeinsamen Proben, klären die Reihenfolge der Stücke, die Übergänge, die Aufstellung der Tänzerinnen sowie die Kostümwahl. Am Veranstaltungstag bin ich spätestens eine halbe Stunde vor Auftrittsbeginn vor Ort, bei Gruppenauftritten gerne eine Stunde vorher, übergebe meine Musik an den DJ, inspiziere die Tanzfläche und treffe falls nötig letzte Absprachen.
Welche Informationen brauchst du im Vorfeld, um eine Show optimal auf Event, Location und Publikum abzustimmen?
Wichtig sind der Anlass des Events, die Art des Publikums (Kinder, Senioren, vorwiegend Männer oder Frauen, Nationalität) sowie musikalische oder dramaturgische Wünsche des Veranstalters. Darüber hinaus benötige ich Informationen zur Größe der Tanzfläche, zur Anordnung des Publikums (frontal oder rundherum), zur Deckenhöhe sowie zur Bodenbeschaffenheit und zum Zugang zur Tanzfläche. Ebenso ist entscheidend, ob ein DJ vorhanden ist, ob die Musikanlage den Raum ausreichend beschallt und in welchem Format ich meine Musik mitbringen kann.
Was würdest du jemandem raten, der Bauchtanz neu lernen möchte, unabhängig von Alter oder Vorerfahrung?
Kürzlich las ich den Satz: „Freude ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Das gilt vor allem für ambitionierte Tänzerinnen, aber auch für diejenigen, die einfach aus Freude am Sport tanzen. Tanze mit Freude, genieße diese herrlich weibliche Bewegungsform und verfolge das, was dir und deinem Körper gut tut. Sei neugierig, probiere alles aus und schaue dir vieles an – so wirst du deinen Weg finden.

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