Künstler der Woche

Interview mit Elsa Johanna Mohr

Künstler der Woche: Elsa Johanna Mohr
Ferry Mohr

Ihre musikalische Reise begann im Wohnzimmer ihres Vaters. Das gemeinsame Singen von Volksliedern und Folksongs prägte ihre Kindheit und schon früh kam sie mit Blues und den Beatles in Berührung. Doch ihre große Liebe fand sie in Brasilien - und zwar in Form der dortigen Musik, die ihr Leben nachhaltig beeinflusste!

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Hallo Elsa, wie hat deine musikalische Reise begonnen, was war dein erster bewusster Kontakt zur Musik und zum Gesang?
In der Familie meines Vaters wurde immer viel Musik gemacht. Man saß abends zusammen und sang gemeinsam Volkslieder oder Folksongs, und so kam ich schon als Kind früh mit Musik und Gesang in Berührung. Mein Vater liebt es außerdem, Gitarre zu spielen und dazu zu singen, vor allem Blues und die Beatles, so kam ich schon sehr früh in den Genuss guter Musik. In der Grundschule habe ich bei einem Musical mitgemacht, im Gymnasium im Schulchor gesungen und schließlich in meinen ersten Schülerbands gespielt.
Kannst du dich kurz vorstellen und uns deinen Lieblingssong spielen?

Du hast ein Austauschjahr in Brasilien gemacht, wie hat dich diese Zeit musikalisch und persönlich beeinflusst?
Ich wäre heute ein ganz anderer Mensch, wenn ich nicht in Brasilien gewesen wäre. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen, die das Glas eher halb voll als halb leer sehen, haben mich sehr inspiriert. Ich versuche, mindestens alle zwei bis drei Jahre nach Brasilien zu fliegen, um meine seelischen Batterien aufzuladen, das klappt immer gut. Was mich an der brasilianischen Musik so fasziniert, ist die Sanftheit der Sprache, die schon gesprochen fast wie gesungen klingt, dazu die afrobrasilianischen rhythmischen Einflüsse, das Synkopische, das nicht streng auf dem Beat Gesungene, sowie die besondere Verbindung von Lebensfreude und Wehmut in einem Klangerlebnis. Nach meinem Schüleraustausch war es letztendlich eine deutsche Band in München, die mich dazu animierte, brasilianische Bossa Novas wie „The Girl from Ipanema“ zu lernen. Mit der Zeit kam ich immer öfter mit Menschen in Kontakt, die sich intensiv mit brasilianischer Musik beschäftigt haben und mich tiefer in diesen musikalischen Kosmos mitnahmen – witzigerweise vor allem in Deutschland.
Wie würdest du deinen Gesangsstil beschreiben, welche Qualitäten stehen für dich im Vordergrund?
Mein Gesangsstil ist eher sanft, eine Mischung aus Sehnsucht und Lebensfreude. Ich liebe es, mich mit meiner Stimme gefühlvoll mit den Texten zu verbinden. Hin und wieder improvisiere ich gerne, um meinen Gesang spontan frei fließen zu lassen.
Gibt es ein Konzert oder einen Moment auf der Bühne, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich habe einmal in Düsseldorf auf einer Bühne gespielt, die auf einem See montiert war. Vor Kurzem stand ich in der Skylobby des Theaters Gütersloh, hinter mir eine große Fensterfront mit Blick über die Stadt. Ebenfalls besonders war eine Naturbühne mitten im Wald , es war einfach wunderschön, Musik und Natur im Einklang zu erleben.
Wie entsteht bei dir ein eigener Song – von der ersten Idee bis zur fertigen Komposition?
Meist beginnt ein Song mit einer Skizze, die sich über Wochen oder sogar Monate weiterentwickelt. Oft starte ich mit Textfragmenten und probiere am Klavier oder an der Gitarre passende Akkorde aus. Bei meinem letzten Song entstand vor zwei Jahren zunächst ein Gedicht, das ich immer weiter ausgearbeitet habe, bis mir schließlich die passenden Akkorde und eine stimmige Melodie dazu einfielen. Generell habe ich oft ein Notizbuch bei mir, in dem ich Ideen sammle.
Welche Informationen benötigst du im Vorfeld, um ein Konzert oder einen Auftritt optimal vorzubereiten
Ich freue mich, wenn ich im Vorfeld weiß, wie der Ort aussieht, an dem ich spielen soll. Spiele ich Open Air oder in einem großen Saal? Ist die Bühne eine Ecke oder ein Podest? Außerdem ist es für mich wichtig zu wissen, ob ein konzentriertes Konzertpublikum erwartet wird oder ob ich eher musikalisch im Hintergrund begleiten soll.
Welche technischen Voraussetzungen sollten vor Ort gegeben sein (z. B. Soundanlage, Bühne, Akustik), oder brauchst du „nur“ dich und deine Gitarre?
Natürlich kann ich auch unverstärkt singen und spielen, aber das wird der Atmosphäre meist nicht gerecht, es sei denn, die Akustik des Ortes ist besonders gut. Idealerweise wäre eine PA-Anlage mit einem Zweikanal-Mischpult vorhanden. Im Zweifelsfall bringe ich jedoch auch meinen eigenen Verstärker mit.

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