Künstler der Woche

Interview mit Gitman

Künstler der Woche Gitman

Handgemachte Livemusik, abgestimmt auf jede Feier - dafür steht "Gitman". Wie er seine Liebe zur Gitarre fand und bei den Gästen ankommt, erzählt unser Künstler der Woche im heutigen Interview.

Sie stehen auf der Bühne seit Sie 15 Jahre alt sind - wie kamen Sie zur Musik?
Zufällig auf einer Klassenfahrt. Dort lag eine Gitarre und ein „Mundorgel“ Buch, in dem auf den letzten Seiten Gitarrenakkorde abgebildet waren. Habe mir dann immer mal wieder die Gitarre geschnappt und die Akkorde geübt. 2 Freunde von mir hatten schon E-Gitarren und ich hatte einfach auch Lust es zu lernen. Als die Klassenfahrt zu Ende war, die ca. 10 Tage ging, konnte ich fast alle Akkorde aus dem Buch. Wieder zu Hause angekommen, hatte ich natürlich keine Gitarre, so baute ich mir aus einer Holzlatte ein „Griffbrett“ auf dem ich die Saiten und Bünde einer Gitarre aufmalte und übte das Umgreifen der Akkorde. Das bekam die Lehrerin irgendwie mit, der die Gitarre gehörte. Sie war auch unsere Musiklehrerin und schenkte mir dann tatsächlich eine Gitarre. Und dann ging alles ganz schnell. Üben, üben und nochmals üben. Manchmal fünf Stunden am Tag. Noten haben mich nie interessiert, was meine Musiklehrerin in einige Konflikte brachte, da ich im Musikunterricht so ziemlich jeden Test "versemmelte". Aber in der Schülerband AG habe ich dann mit ca. 13 schon eigene Songs mit 3 stimmigen Gesängen geschrieben, die wir dann auf Schulfesten gespielt haben und die sehr erfolgreich waren. Dann kamen Bandwettbewerbe, von denen wir einige gewannen und mit 17 dann meine erste Top 40 Coverband.
Niemals Playback oder Halbplayback - das ist Ihre Devise. Wie ist Ihre Meinung zum Playback?

"Das sind die Momente von denen Livemusik auch irgendwie lebt."

Es ist lediglich meine Devise. Meine Meinung ist, dass Playbacks einem Musiker viel Spontanität nehmen. Ein kleines Beispiel: Viele Sänger oder Sängerinnen auf Trauungen arbeiten mit Playbacks, da sie selbst kein Instrument spielen. Ich hatte mal den Fall, dass eine Braut 10 Minuten zu spät kam, weil sie mit dem Brautkleid im Auto festhing. Da ist dann also die Hochzeitsgesellschaft und alle warten - nichts passiert - es ist zwar bekannt was los ist, aber dennoch muss jetzt irgendetwas passieren. So habe ich dann spontan einen passenden Song gespielt und mit den Gästen eine ungeplante Animation gestartet. Das war superlustig, lockerte alles auf, der Bräutigam hatte Tränen in den Augen vor Lachen und kam nach der Zeremonie zu mir mit dem Wort: "Supergeil". Das sind die Momente von denen Livemusik auch irgendwie lebt.
Ihre Repertoireliste ist unglaublich lang und umfassend. Wie entscheiden Sie, welche neuen Songs Teil dieser Liste werden?
Manchmal ergibt es sich durch Wünsche der Kunden. Dann höre ich etwas im Radio und denke, toller Song, den kann man super unplugged spielen. Wichtig ist dabei für mich die Breite des Repertoires und das es auch zu mir passt. Ich glaube das ich stimmlich etwas Glück gehabt habe und viele verschiedene Stile glaubwürdig und authentisch rüberbringen kann und mich so nicht auf eine bestimmte Richtung festlegen muss. Das ist einfach Glück - das kann man kaum lernen. Ich lasse aber auch Konsequent die Finger von Sachen die mir nicht liegen oder nicht zu mir passen.
Sie sind schon auf verschiedensten Feiern und Veranstaltungen aufgetreten. Welcher Auftritt ist Ihnen bis heute besonders in Erinnerung geblieben?
Das ist ganz schwer zu sagen, da es zu viele sind, wo die Location toll war, die Party super oder eben beides. Highlights waren sicher meine Zeit in den USA und den Niederlanden. Einfacher ist es in der Tat zu sagen, was menschlich am tollsten oder auch wertvollsten war. Da sind teilweise echte Freundschaften entstanden. Es passt immer zu 100%. Und das sehe ich nicht als selbstverständlich. Aber bei einigen Anlässen gab es eben auch 105% oder 110%. Eine ganz besondere und seltene Art der Chemie.
Was gehört für Sie zu einem perfekten Auftritt dazu?
Was immer schön ist, ist wenn man direkt an die Location rankommt. Wenn diese dann auch noch ein besonderes Ambiente hat, ist das natürlich klasse. Wichtiger jedoch ist, dass es für alle eine tolle Feier wird. Das ist natürlich von dem was man macht abhängig, aber auch von den Gästen. Wenn da die Symbiose stimmt, denkt man nicht mehr daran, ob die Location toll ist. Aber ein besonderes Ambiente regt denke ich, zum Feiern an.
Sie sind auch schon mit Bands aufgetreten - was gefällt Ihnen am Solomusikerleben?
Ich trete immer noch mit Bands auf. Aber seitdem ich Solo unterwegs bin, was ja erst seit 3 Jahren der Fall ist, merke ich, dasd nichts über wirklich handgemachte Musik geht. Die damit verbundene Spontanität und eben das „Live Feeling“. Das spiegelt sich auch eindeutig in den Reaktionen der Gäste wieder. Und so hat sich das Verhältniss sehr verschoben. Heute spiele ich den Großteil meiner Auftritte Solo und auch mit meinem unplugged Duo „Stereojam“. Das war vor 3 Jahren noch ganz anders. Es ist einfach „ein Back to the Roots“.
Aber wie das Gitarre spielen selbst zufällig war, war auch das als Solomusiker auftreten nicht wirklich geplant. Es ist quasi explodiert nachdem ich die ersten Trauungen gespielt habe und dann eins zum Anderen kam. Die erste Geburtstagsparty. Die erste Hochzeitsparty. Und so ging es stetig weiter. Firmenevents wie zum Beispiel auf der Cebit. Diverse Geschäftseröffnungen oder Auftritte in Autohäusern bei Modelneuvorstellungen und Wohnzimmerkonzerte - Genau diese Vielfalt an verschiedensten Auftrittsarten, auf die man sich immer wieder neu einstellen muss, macht unglaublich Spaß und das Solomusikerleben so interessant. All das klappt nicht ohne Disziplin und Zuverlässigkeit. Das sind die vielleicht wichtigsten Eigenschaften neben der Qualität und Erfahrung.
Welches Lied wird derzeit denn am Häufigsten gewünscht? Über eine kleine Kostprobe würden wir uns freuen!

5 Fotos

Gitman mit Gitarre
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Gitman im Hard Rock Cafe Las VegasGitman bei WeihnachtsfeierGitman mit GitarreGitman sitzend