Künstler der Woche

Interview mit Niklas Mascher

Künstler der Woche: Niklas Mascher

Niklas verbindet seit den 80er-Jahren Live-Saxophon mit DJ-Sets und sorgt damit für einen ganz besonderen Sound. Seine musikalische Reise begann bereits mit zwölf Jahren am Saxophon und führte ihn später mitten in das Westberliner Clubleben. Dort entwickelte sich aus spontanen Improvisationen eine Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet.

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Hallo Niklas, du spielst bereits seit den 80er-Jahren die Kombination aus Saxophon & DJ. Wie kam es zu dieser Idee?
Ich begann mit 12 Jahren, Saxophon bei einem Kapellmeister der alten Garde zu lernen, war aber schon früh von Pop und Funky Music begeistert. Ab 18 Jahren habe ich das Westberliner Clubleben voll ausgeschöpft und war bis zu dreimal die Woche in der Nürnberger Straße unterwegs, wo der legendäre Club Dschungel und daneben das Cha Cha lagen. Im Cha Cha war ein Freund regelmäßig als DJ aktiv und spielte die damals angesagte Musik: James Brown, viel Black Music wie Sister Sledge etc. Er fragte mich einmal, ob ich ihn zu Hause mit dem Saxophon besuche. Da legte er verschiedene Platten mit unterschiedlichen Stilen auf und ich improvisierte darüber. Das beeindruckte ihn so sehr, dass ich ab dem nächsten Wochenende regelmäßig im Cha Cha von 24 Uhr bis 5 Uhr morgens zu seinem Set spielte – für 100 DM. So kam das Ganze für mich ins Rollen, weil ich laufend von Leuten gefragt wurde, ob ich denn auf deren Geburtstag, Vernissage oder Party spielen könnte. Ich konnte des Nachts zwischen zwei Clubs hin- und herwechseln, tanzen, mit meinen Freunden zusammensein und zwischendurch immer wieder meine Saxophon-Einlagen zum DJ-Set spielen.
Könnt ihr euch kurz vorstellen und einen Song spielen der bei keinem Auftritt fehlen sollte.

Was macht für dich die Kombination aus DJ-Set und Live-Saxophon so besonders?
Also, da muss man zwischen zwei Varianten unterscheiden. Ich spiele zum DJ-Set eines DJs. Dann weiß ich nicht, welcher Track als Nächstes kommt. Das ist oft sehr spannend, weil ich natürlich dann häufig zu Musik improvisiere, die ich nicht kenne. Damit wird es noch spontaner und intuitiver. Oft entstehen dadurch fast magische musikalische Momente. Das ist aber natürlich auch sehr vom DJ abhängig. Mit manchen wenigen ist es bestenfalls manchmal wie Telepathie, wie das Zusammenspiel funktioniert. Mit ein paar DJs spiele ich seit über 30 Jahren zusammen.
Wie viel deiner Performance ist geplant und wie viel entsteht komplett spontan?
Außer bei Hochzeiten, bei denen für die Zeremonie öfter bestimmte Soli und Songs geplant sind, sind alle meine Saxophon-Einlagen komplett spontan
Du spielst auch zu Musik von DJs, die du vorher nicht unbedingt kennst – worauf hörst du, um dich musikalisch schnell einzufinden?
Ich habe ein sehr gutes Rhythmusgefühl und kann innerhalb von ein paar Sekunden heraushören, welche Tonart der Track hat. Ich versuche zunächst sehr vorsichtig, mich dem Sound unterzuordnen beziehungsweise in die Musik hineinzuschleichen. Dann merke ich schnell, in welche Richtung ich mit dem Saxophon weitergehe. Wichtig ist: Weniger ist oft mehr. Viele Live-Musiker übertreiben – zu laut, zu viel, zu lange!
Was ist für dich der Unterschied zwischen einem Club, in dem die Leute bewusst zum Tanzen kommen, und einem Firmenevent?
Bei Firmenevents machen sich die Leute nicht so locker wie im Club. Oftmals wird dort auch viel mehr getrunken und die Gäste sind nach dem Firmendinner häufig träge und tanzfaul – aber nicht immer. Außerdem ist das Publikum bei Firmenevents leider meist etwas weniger bunt und facettenreich.
Gab es einen Auftritt oder eine außergewöhnliche Location, die dir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Oh ja, so einige! Dazu zählt mein Auftritt damals im E-Werk Berlin-Mitte in den 90er-Jahren mit Ellen Allien, dann mehrere Auftritte mit meinem absoluten Favoriten, DJ Danijel Alpha aus Stockholm, auf dem Festival „Sun Jam“ auf einer Insel vor Honduras. Ebenso meine drei Auftritte für den Formula E World Cup in Berlin auf dem Flugfeld Tempelhof.
Was sollte bei der Abstimmung zwischen dir und einem DJ unbedingt vorher geklärt werden
Ich muss sicher sein, dass keine Musik gespielt wird, die mich nicht inspiriert. Dazu zählen Schlager, Ballermann-Musik, Kommerz-Techno und Musik mit über 140 BPM.

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