Künstler der Woche

Interview mit Jason & Johnny

Künstler der Woche: Jason & Johnny

"Es ist ein bisschen wie eine Ehe". Jason Foley und Johnny Spring stehen seit 25 Jahren als Duo gemeinsam auf der Bühne. Die beiden Musiker verbindet dabei nicht nur ihre musikalische Leidenschaft, sondern auch eine ebenso lange Freundschaft. Im Interview blicken Jason und Johnny auf ihre bisherige gemeinsame Karriere zurück, die nicht nur von zahlreichen Auftritten, sondern auch von Veränderungsprozessen geprägt ist, und verraten dabei, wie sich ein Duo im Laufe der Jahre entwickelt, welche Konflikte damit einhergehen und was sie aus all der Zeit für ihre Auftritte mitgenommen haben.

Hey Jason & Johny. Ihr seid jetzt schon über 10 Jahren bei Eventpeppers dabei. Was hat sich in dieser Zeit so alles bei euch getan?
Johnny: Gute Frage... Ich würde sagen, dass sich vor allem unser Schwerpunkt durch Anfragen über Eventpeppers verändert hat. Ich würde mal tippen, dass ca. 80% der Gigs inzwischen insbesondere auf Hochzeiten und Betriebsfeiern stattfinden. Früher haben wir noch viele kleinere Konzerte und in Irish-Pubs gespielt. Das machen wir zusammen inzwischen kaum mehr und wenn, dann nur noch, weil wir es mal wieder brauchen (lacht).
Jason: Ab und an spiele ich noch Solo in Pubs, aber unser letzter gemeinsamer Pub-Gig ist schon eine Weile her. Das müssten wir eigentlich mal wieder machen.
Johnny: Da wir hauptsächlich auf Hochzeiten und Events spielen, haben wir in diesen Bereichen viel Erfahrung gesammelt und uns entsprechend professionalisiert. So können wir unsere Kunden bereits im Vorfeld gut beraten, ihnen viele Fragen im Vorfeld beantworten und sie entlasten, aber auch mit unseren Erfahrungen für die Abendgestaltung inspirieren. Seit über 10 Jahren bieten wir auch DJ-Entertainment an, so dass rund um die Live-Musik und die Technik alles aus einer Hand kommt - unser sogenanntes „Rundum-Sorglos-Paket“..
Wie genau sieht euer "Rundum-Sorglos-Paket" aus?
Jason: Wir bieten Live-Musik und DJ-Entertainment an und stellen die gesamte Technik. Das Paket beinhaltet drei mal 45 Minuten Livemusik inklusive Licht- und Musikanlage. Man kann uns als Duo, aber auch als größere Bandformation mit Bassist und Drummer buchen. Das DJ-Entertainment startet meistens vor dem Auftritt zum Empfang oder Essen, wird dann in den Pausen der Livemusik fortgesetzt und nach dem Live-Auftritt gilt dann Abfahrt bis in die Morgenstunden. Optional können aber auch spontan vor Ort Zusatzsets mit Livemusik gebucht werden. Da sind wir flexibel und richten uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden.
Johnny: Ich glaube unser Rekord lag bei sieben Sets Live-Musik oder Jason?
Jason: Oh ja, da haben wir mit Band gespielt und unser damaliger Aushilfsbassist war das erst Mal dabei und im sechsten Set ganz blass und durchgeschwitzt - der Arme (lacht).
Johnny: Ja, das war für ihn ein harter Einstieg... Hochzeiten sind halt speziell und trotz der Gemeinsamkeiten auch ganz eigen. Aber dafür haben wir im Laufe der Zeit auch ein gutes Feeling entwickelt. Die Besonderheiten bei Hochzeiten sind zum einen die Länge der Gigs. Hierbei ist es wichtig, die unterschiedlichen Phasen und Dynamiken im Blick zu haben. Zum Beispiel braucht man zum Essen eine andere Begleitung als später, wenn schon etwas getrunken wurde und die Krawatten abgelegt werden.
Jason: Auf jeden Fall. Erinnerst du dich noch an die Hochzeit, bei der die Gäste zweieinhalb Sets lang nur an ihren Tischen saßen? Da haben wir schon gedacht, dass gleich Feierabend für uns ist, aber es kam komplett anders. Kurz vor Ende des letzten Sets, nach ein paar Drinks, kamen sie plötzlich auf die Tanzfläche und fingen an zu tanzen. Sie haben dann noch drei weitere Sets gebucht. Es wurde noch ein sehr langer Abend.
Johnny: Ja, klar. Solche Engagements vergisst man nicht! Der Bräutigam hat sich von uns immer wieder Body-Count-Unplugged gewünscht. So kann es halt auch kommen.
Jason: Eine weitere Besonderheit von Hochzeiten ist vor allem das durchmischte Publikum. Es treffen unterschiedliche Generationen aufeinander. Und innerhalb der Generationen sind in der Regel auch völlig unterschiedliche Typen dabei, die das Brautpaar aus unterschiedlichen Lebensphasen kennt. Die Herausforderung besteht darin, alle gleichermaßen abzuholen, sodass Jung und Alt, aber auch die verschiedenen Typen innerhalb einer Generation auf ihre Kosten kommen. Aber ich würde sagen, dass wir mittlerweile ein gutes Händchen dafür entwickelt haben und das Publikum gut lesen können..
Und wie schaut ein Ablauf bei einer Hochzeit aus?
Johnny: Wenn man von den individuellen Bedürfnissen absieht, die in der Planung natürlich stets berücksichtigt werden, ist das Schema oft ähnlich. Der Aufbau der Technik erfolgt immer vor Beginn der Veranstaltung. Zum Empfang und zum Essen spielen wir in der Regel entspanntere Musik vom Band. Nach dem Dessert starten wir dann in Absprache mit dem Brautpaar mit dem ersten Live-Set, das in der Regel mit dem Eröffnungstanz eingeläutet wird. Und dann nimmt der Abend seinen Lauf.
Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?
Jason: Wir gingen damals auf die gleiche Schule und sind uns auch immer wieder auf Partys über den Weg gelaufen. Wir haben beide schon damals Musik in unterschiedlichen Bands gemacht. Als Johnny später eine Band für seine Abschlussprüfung als Tontechniker suchte, fragte er mich und meine damalige Band, woraus eine gemeinsame Band und Freundschaft entstand.
Johnny: Oh man, wie die Zeit vergeht...
Und wie ergänzt ihr euch musikalisch?
Jason: Beim Musikmachen ist es wie beim Tanzen oder in einer Beziehung: Es geht nicht mit jedem und es braucht ein gemeinsames Feeling. Neben der Chemie muss auch die Organisation stimmen. Entweder stimmt die Chemie oder nicht. Das zeigt sich vor allem in spontanen Live-Sessions, aber auch im Songwriting und natürlich im Stil, also im Geschmack. Da waren wir von Anfang an auf einer Wellenlänge. Die Organisation hingegen hat sich im Laufe der Zeit entwickelt und wurde auch immer wieder den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen angepasst.
Gibt es denn auch mal Konflikte?
Johnny: Nicht doch (lacht). Natürlich gibt es auch Konflikte. Wenn man von Unterbrechungen absieht, machen wir inzwischen schon seit etwa 25 Jahren gemeinsam Musik. Bei so einer Zeitspanne bleiben Konflikte natürlich nicht aus. In der Zeit verändert man sich, die Lebensumstände verändern sich und ebenso der Rahmen des Musikmachens. Und diese Veränderungsprozesse können natürlich auch mal ruckelig sein – man muss stets nachjustieren und sich neu erfinden. Als wir anfingen, ging es nur darum, Musik für uns selbst zu machen, aber sobald wir Geld für unsere Auftritte bekamen, änderten sich auch der Rahmen und die Verantwortung - es wurde professioneller. Aber da wir diesen Schritt gehen wollten, haben wir uns zusammengerissen und es durchgezogen. Heute sind wir stolz und dankbar dafür. Es ist ein bisschen wie eine Ehe, und ich werde wohl noch auf Jasons Beerdigung spielen müssen (lacht).
Jason: Wehe du spielst „Wonderwall“ auf meiner Beerdigung (lacht). So ist es wohl... Aber wie viele Ehen schaffen heute noch 25 Jahre? Und so ist es auch mit Bands – viele Bands scheitern an ihren Konflikten oder Veränderungsprozessen, die nach einer feurigen Anfangsphase früher oder später immer auftauchen. Ich hab dich lieb, Johnny.
Johnny: Ich dich auch.
Was macht für euch ein gelungenes Konzert aus?
Jason: Wie Johnny schon sagte: Für mich ist ein Konzert dann gelungen, wenn man das Publikum "gefangen" genommen hat: Wenn die Leute zuhören, tanzen und mitsingen.
Ihr standet schon auf zahlreichen Bühnen – gibt es einen Auftritt, der euch besonders in Erinnerung geblieben ist?
Johnny: Beeindruckend fand ich eine Hochzeit, bei der wir Happy von Pharrell Williams spielten und plötzlich das ganze Publikum den Tanz aus dem Musikvideo performte. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: Die Gäste hatten das Lied für das Brautpaar einstudiert. Wir waren natürlich mega aus dem Häuschen, als sie den Tanz adhoc aufgeführt haben. Solche Momente vergisst man nicht.
Jason: Ja, das war ohne Frage ein sehr besonderer Musikmoment. Woran ich auch sehr gerne zurückdenke, sind vor allem unsere ersten Gigs in den Irish-Pubs auf der Reeperbahn. Als wir erstmals vor mehreren hundert Personen gespielt und den ganzen Laden gerockt haben. Vor allem in der Anfangszeit waren das Gänsehautmomente. In den ersten ein bis zwei Jahren war es natürlich eine große Challenge für uns, vor so vielen Leuten zu spielen. Wir hatten noch nicht die Selbstsicherheit von heute und großes Lampenfieber vor jedem Auftritt. Das sind dann als Musiker natürlich tolle Erfolgserlebnisse, die antreiben, aber auch einfach Magic-Moments, die nicht in Worte zu fassen sind.
Mit welchem Lied habt ihr euren letzten Auftritt beendet?
Jason & Johnny: Einem What's Up-Hey Jude-Medley.

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