H wie Harfe

Die Harfe ist eines der ältesten Musikinstrumente – und doch ein sehr seltensten. Interessantes über die Harfe, wie genau sie funktioniert und wie schwer es ist Harfe zu erlernen. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die Harfe!

H wie Harfe

Die Harfe – alt wie Methusalem

Die Harfe gehört zu den ältesten Musikinstrumenten der Menschheit; erste Abbildungen von Harfen sind aus dem frühzeitlichen Vorderasien (Ägypten, Irak/Syrien) überliefert und stammen aus der Zeit um 2500 v. Chr.

Die heutigen Pedalharfen (700 Jh.) haben sich über die Winkelharfe (um 1500 v. Chr.) aus der Bogenharfe entwickelt; diese Begriffe kennzeichnen die wichtigsten Konstruktionstypen dieses Saiten-Zupf-Instruments.

Harfen-Typen

Die Stimmung der Harfe ist durch die Saitenlänge vorgegeben. Traditionell ist die Harfe ein Instrument, das auf eine Tonart eingestimmt ist. Um die Tonart wechseln zu können, haben sich 2 Umstimmungsvorrichtungen durchgesetzt, die bis zum heutigen Tag in den Hakenharfen und den Pedalharfen umgesetzt sind.

Bei der Hakenharfe ist am oberen Ende der Saite ein Hebel (ursprünglich ein einfacher Haken) angebracht, mit dessen Hilfe die Saite verkürzt wird, so dass sie einen Halbton höher klingt. In der Regel wird die Tonart vor dem Spielen eines Stückes eingestellt. Man kann die Umstimmer aber auch während des Spielens betätigen, doch bei sehr zahlreichen Vorzeichen oder häufigem Tonartwechsel sind dieser Technik schnell Grenzen gesetzt.
Heute noch übliche Hakenharfen sind die irische und die keltische Harfe.

Harfenspielerin

Bei den Pedalharfe werden die Halbtöne durch sieben Pedale erzeugt, die im Harfenfuß untergebracht sind; diese Pedale sind über Zugstangen (die unsichtbar in der Harfensäule verlaufen) mit kleinen drehbaren Scheiben, am Hals der Harfe (oberes geschwungene Rahmentei) verbunden. Die oberen Saitenenden laufen jeweils durch 2 kleine Stiftchen der Drehscheiben und durch Betätigung eines Pedals werden alle gleichnamigen Saiten um einen Halbton verändert: bei der Einfachpedalharfe resultiert durch Niederdrücken eines Pedals eine Erhöhung um einen Halbton; bei der Doppelpedalharfe können die Pedale – ausgehend von der Mittelstellung – sowohl niedergedrückt als auch höhergestellt werden, was eine Erhöhung bzw. Erniedrigung um einen Halbton bewirkt.

Harfe - fürs Konzert oder fürs „Volk“?

Eine Konzertharfe ist immer eine Doppelpedalharfe, mit der in allen Tonarten gespielt werden kann. Die im alpenländischen Raum noch viel verbreitete Volksharfe ist eine Einfachpedalharfe, mit der Tonarten bis zu drei B und vier Kreuzen möglich sind.

Das Harfenspiel – Arbeit mit Händen und Füßen

Harfenspielen erfordert viel Konzentration: die rechte Hand spielt die Melodie (Notation im Violinschlüssel), die linke Hand die Begleitung bzw. den Bass (Notation im Bassschlüssel). Mit dem linken Fuß werden die drei linken Pedale bedient, mit dem rechten Fuß die vier rechten Pedale.

Ein besonderer, für die Harfe charakteristischer Klangeffekt ist das Arpeggio (gesprochen: arpedscho), das sich von der italienischen Bezeichnung arpa für Harfe herleitet. Bei Arpeggio werden die Töne eines Akkords nicht gleichzeitig gezupft, sondern in rascher Abfolge nacheinander durch anzupfen der Saiten erzeugt („aufgelöster Akkord“). Beim Harfenglissando werden viele Töne (nicht Akkorde) nacheinander gespielt, indem der Spieler rasch über die Saiten streift und sie „anzupft“.

Die Harfe – ein viel“saitiges“ Instrument

Die Harfe ist sehr vielseitig einsetzbar: im Ensemble, zur Gesangsbegleitung, als Generalbass- und Soloinstrument, Orchester- und Konzertinstrument. In Süddeutschland, Tirol und Südamerika ist die Harfe bis dato als Volksinstrument gebräuchlich.

Harfenspielerin

Die Harfe – auch außerhalb der Musik nicht ohne

Die Harfe ist seit alters her ein Instrument mit hohem Sozialprestige; sie ist in der Bibel und in verschiedenen Sagen beschrieben und findet sich als Symbol auf Wappen, Flaggen und Münzen. Auch heutzutage sind Harfenspieler und ihr Instrument nach musikalischen Veranstaltungen oft respektvoll von Menschen umringt.

Die Harfe – ein handwerkliches Kunstwerk

Harfen sind handwerklich anspruchsvolle Instrumente – es gibt nur noch eine Handvoll bedeutende Harfenbauer. Eine Harfe besteht aus rund 2500 Einzelteilen und wird überwiegend in Handarbeit gefertigt. Eine Konzertharfe ist 1,85 m bis 1,90 m groß, knapp 40 kg schwer, hat 47 Saiten und kostet zwischen 20.000 und 50.000 €. Je nach Ausstattung (Verzierungen) liegt der Preis noch erheblich darüber.

Die Harfe – ein Transportproblem

Eine Harfe ist schwierig zu transportieren; in der Umgebung von Harfenisten und erst recht Harfenistinnen halten sich gern Harfenträger auf – das Transportauto sollte am besten Van-Größe haben. Für den Transport vom Auto bis zur Bühne besitzen professionelle Harfenspieler i. d. R. Sackkarrenartige Vehikel – das alles muss sich natürlich auch im Preis niederschlagen, wenn man eine Harfenistin oder einen Harfenisten buchen will.

Harfenisten bei eventpeppers:

Bettina Linck (Frankfurt)
Anne Kox-Schindelin (Würzburg)
Evita Hick (Rosenheim)
Eva Frauenrieder (Bad Tölz)
Verena Kamke (München)